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Gression

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Die Sagenstadt Gression

Gression war der Sage nach eine bedeutende, reiche Stadt, die in der Gegend von oder um Gressenich gelegen haben u. für ihren Bergbau weit bekannt gewesen sein soll.

Die Sage um die Stadt Gression hatte ein weites Verbreitungsgebiet innerhalb des Großraumes Aachen - Köln, ist jedoch im Überlieferungsbestand der einzelnen Ortschaften nur fragmenthaft erhalten geblieben. Ein wesentlich geschlosseneres Bild ergibt sich dann, wenn man die unterschiedlichen Restbestände aus den einzelnen Lokalbereichen zusammenfaßt:

Gression soll in uralter Zeit eine so gewaltige Stadt gewesen sein, daß sie mit keiner anderen verglichen werden konnte. Die meisten Varianten der Sage geben den Durchmesser der Stadt Gression mit sieben Stunden an, wobei es allerdings auch Versionen gibt, die den Durchmesser mit zwei Stunden u. wiederum andere, die den Umfang mit hundert Stunden angeben wollen. Bezüglich der geographischen Erstreckung berichtet die Sage über den Raum Aachen, Köln, Düren, Jülich. Andere Versionen wiederum verlegen die Stadt Gression in den engeren Bereich Kornelimünster, Gressenich, Düren, Jülich, wobei der letztere, etwas enger gefaßte Bereich noch um die Wende vom 19. zum 20 Jh. auch dem Verbreitungsgebiet der Sage entsprach.

Die Sage weiß von einem bedeutenden Bergbau in der Stadt Gression zu berichten. Durch die Ergiebigkeit der Erzlagerstätten soll großer Reichtum in die Stadt geflossen sein. Dies verleitete die Bewohner zu Üppigkeit, Verschwendungssucht u. Lasterhaftigkeit, was den Zorn Gottes herausforderte. Die Stadt soll daher mit völliger Vernichtung bestraft worden u. durch ein schreckliches Schicksal untergegangen sein.

Der Untergang der Stadt Gression wird mit dem Verschwinden der Römer zu Anfang der Völkerwanderung in Verbindung gebracht. Während eine Motivvariante von einer Zerstörung durch fremde Kriegshorden zu berichten weiß, erzählt eine andere Version, die Stadt sei einer gewaltigen Flutwelle zum Opfer gefallen. Die Sage bezieht sich auch auf Geländebefunde, welche die Inhalte der Sage glaubhaft erscheinen lassen sollen. So werden für die frühere Existenz u. insbesondere für die spätere Zerstörung weit gestreute Bodenfunde römischer Fundamente u. Ziegel ins Feld geführt. Im Stein eingebettete Muscheln (wahrscheinlich sind hier Brachiopoden gemeint) sowie Sand- bzw. Geröllschichten im Bereich von Langerwehe u. Lucherberg galten in der Sage als Indiz für eine gewaltige Flutwelle. Die Sage berichtet auch über Glockengeläut, welches aus den Tiefen der Erde heraufklingt, vornehmlich an hohen kirchlichen Feiertagen zu hören ist u. von den Glocken der untergegangenen Stadt stammen soll.

Die Sage um die Stadt Gression ist zweifelsfrei vor dem Hintergrund einer lukrativen Messingherstellung zu römischer Zeit entstanden. Außerdem brachte das Imperium Romanum auch für die damaligen Messinggießer der Voreifel im 2. u. 3. Jh. eine langandauernde Epoche stabiler u. friedlicher Verhältnisse. Nicht nur daß sich unter diesen Rahmenbedingungen Handel u. Wandel bestens entwickeln konnten, sondern auch die nicht-römische Bevölkerung hatte sich größtenteils mit den Römern arrangiert u. wußte durchaus die Vorteile eines wohlgeordneten Staatswesens zu schätzen.

So ist es nicht weiter verwunderlich, daß der Glanz dieser Zeit hinüberstrahlte auf nachfolgende, weniger ruhige Epochen, u. daß dieser Wohlstand als teilweise überzeichnete Überlieferung in den Erzählungen weiterlebte. In Erinnerung an bessere Tage wurde aus dem zweifelsfrei vorhandenen Wohlstand der damaligen Wirtschaftsregion märchenhafter Reichtum, der mit der Sagenstadt Gression unwiederbringlich untergegangen war.

Weitere Hinweise findest Du im Stolberg ABC.

 

Randnotizen

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