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Die Zwerge von den Tatternsteinen

Inhalt

Eine Zwergengeschichte

(Kindheitserinnerungen des Mundart- und Heimatdichters Peter Maus)

Nachbar's Opa, ein gutmütiger alter Herr, der gerne mit uns Kindern spazieren ging und uns Geschichten erzählte vom Osterhasen oder vom lustigen Caspar, wurde gerne und häufig von der Kinderschar umlagert. Öfter bekamen wir von ihm einen oder auch zwei Pfennige, um uns Lakritz oder andere Bonbons im nahe gelegenen "Süßenladen" kaufen zu können.

An einem schönen Tag ging der alte Herr mit mir und weiteren vier oder fünf Kindern spazieren. Der Weg führte über die Atzenach bis hin zum Fuhrweg an Kurth's Mühle. Dort machte er eine Pause und erzählte uns eine Geschichte von artigen und bösen Kindern, von Zwergen und ihren Behausungen.

Nach der Erzählung des Opas, wohnten die Zwerge in den "Tatternsteinen" im nahe gelegenen Gedautal (im Volksmund: Dattelesteen oder en de Dattele). Sie halfen den Bauern im Tal bei der Arbeit. Sie fütterten das Vieh, sorgten für neues Futter, reinigten den Hof und den Stall und waren, wenn der Bauer um fünf Uhr in den Stall kam, alle wieder verschwunden. Wir Kinder waren natürlich neugierig und fragten nach den Tatternsteinen, wo die Zwerge gelebt haben sollten. Opa versprach uns, bei gutem Wetter einmal mit uns dort hin zu gehen.

Eines morgens sagte Opa: "Heute gehen wir zu den Dattelen". Wir nahmen den kürzesten Weg und schlichen mit verheißungsvollen Blicken in die Höhle. Opa erklärte uns, dass die Höhle früher noch viel tiefer in den Berg gegangen sei. Die haben die Zwerge, nachdem man sie bei der Arbeit auf dem Bauernhof entdeckt hatte, ganz zerstört. Jetzt sieht man nur noch den Eingang. Wo die Zwerge verblieben sind, konnte Opa uns auch nicht sagen. Zuhause erzählten wir den Eltern von unserem Spaziergang.

Mit viel Phantasie malten wir unsere Vorstellungen von den Wichteln aus, weil wir ja die sieben Zwerge aus dem Märchen natürlich auch kannten. Da erzählte mir mein Opa die Geschichte von den Zwergen, die im Felsen im Oberstein wohnten. Die heutige Obersteinstraße ist erst viel später ausgebaut worden. Es war bis dahin alles Wiesengelände. Dort im großen Felsenberg wohnten ebenfalls Zwerge, die in der nahe gelegenen Kupfermühle Tiefental am Flachsbach ihre Arbeit verrichteten. Sie halfen auch in der dortigen Flachswäsche, die mit dem klaren Bachwasser betrieben wurde. In der Nähe befand sich auch ein Pannhaus, welches Bier braute für die Arbeiter der Kupfermühle und der Flachswäsche.

Aber die allzu klugen Leute dieser Zeit haben durch ihre Neugier die hilfreichen Zwerge vertrieben. Seit dieser Zeit ist keiner der Wichtel mehr gesehen worden. Die Leute müssen ihre Arbeit jetzt selbst verrichten.

Animation: Galminus wandert

Die großen Felsen im Gedautal,
die sollen, so erzählte man einmal,
von Zergen bewohnt gewesen sein,
die nachts mit Laternen und hellem Schein,
wanderten in's Dorf hinein,
zum Kupferhof oder Bauernhaus,
sie suchten sich dort die Arbeit aus.

Am Morgen eh' der Tag erwacht,
wurde sich auf den Weg gemacht,
zur Felsenhöhle im Gestein,
dort ruhten sie und schliefen ein,
bis dass die Dunkelheit gekommen,
dann wurd' die Arbeit wieder aufgenommen.

Doch all', die Nutzen davon hatten,
was die Zwerge alles taten,
wollten wissen, wer bei Nacht
ihre Arbeit wohl gemacht.

Also schlichen sie bei Nacht,
neugierig und sehr bedacht,
als die Zwerge fleißig schafften,
und sie selber gierig gafften.

Husch, husch, husch und eins zwei drei
war der Spuk ganz schnell vorbei.
Die Neugier hat sie all' vertrieben,
keiner weiß, wo sie geblieben.

 

Randnotizen

Grafik: Einladung zum Galminus-Münzsammelspiel
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