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Querrismännchen

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Die Quärrismännchen

Nicht nur in den unten angeführten Örtlichkeiten sollen die Quärrismännchen oder Römermännchen gehaust haben, sondern auch im Bereich Mausbach - Gressenich - Werth. Die Vorsilbe 'Quärris' leitet sich von dem alten Wort 'Querge' für Zwerge ab. Ebenso gebräuchlich war allerdings auch der Ausdruck 'Römermännchen'; ein Begriff, der vor dem Entstehungshintergrund dieser Erzählgeschichten im wahrsten Sinne des Wortes bezeichnend ist.

Der Höhenrücken zwischen Bernardshammer und Derichsberg zeigt viele Spalten, die 'Querrichsläucher', die von dem Volke, besonders zur Abendzeit, gern gemieden wurden. Da hausten früher die 'Querrichsmännchen', seltsame, kleine, langbärtige Kerlchen. Sie schadeten direkt den Leuten nicht, halfen ihnen aber auch nicht. Sie zeigten sich nur, wenn sie die 'Oberirdischen' nötig hatten, und dann galt ihnen als Regel: Wie du mir, so ich dir. Hielten sie in der Erde ihre Festlichkeiten, dann gebrach es ihnen manchmal an Geschirr. Dann kamen sie zu den Anwohnern und borgten, was ihnen fehlte. Stellte man ihnen das Gewünschte gutwillig zur Nacht hin, so hatte man es am folgenden Morgen zurück, und zwar so schön gescheuert, wie es kein Mensch vermochte. Anders, wenn man es ihnen verweigerte. Sie holten es einfach in der Nacht, und sie brachten es zurück, über und über mit Ruß bedeckt.

Was nun den Killewittchen recht gewesen ist, nämlich mit einem Gedicht bedacht zu werden, muß der anderen Zwergengattung, den Querrismännchen nämlich, eigentlich auch billig sein. Daher hier noch einige Verse über die Stolberger Erzwichtel.

Animation: Galminus hämmert

Sie borgten Geschirr für ihre Gelage
im Innern der Erde, tief unter Tage;
zurückgebracht wurden die Sachen zum Dank,
geputzt und gescheuert, bis alles blitzblank.
Man meint auch zu wissen, wo sie geblieben,
am Hitzberg sollen sie begraben liegen.
Berichtet wird von Spuk und manch unrechtem Ding,
im Römerfeld und am Schieverling.
Und wenn man bei diesen Zwergen bedenkt,
daß der Volksmund sie auch Römermännchen nennt,
so ist eigentlich klipp und klar,
was wohl der Ursprung all dieser Geschichten war.

Zeichnung: Querrismännchen beim Schürfen von Gamei
So oder ähnlich kann man sich die Querrismännchen beim Schürfen von Gamei vorstellen. (Quelle: "Sächsisches Bergwerk". Einzelblatt um 1530)

Die Quärressteen oder die Zwergensteine

Der "Hetzberg", an einer mit düsterem Gestrüpp bewachsenen Talsenkung zwischen Gressenich und der Grube Diepenlinchen, ist sehr verrufen. Dort sieht man an einer Stelle im Abhange mehrere schwere Kalksteinblöcke aufeinandergetürmt. Erfahrene Bergleute halten die Blöcke für eine natürliche Lagerung des Felsgebildes. Das Volk urteilt darüber anders, indem es sagt, daß die Blöcke von Menschenhand übereinandergeschichtet worden seien. Noch bis heute ist der "Hetzberg" ein gefürchteter Ort, und selbst am Tage soll es da nicht taugen. Man weiß zwar nicht genau warum, nur heißt es: "Do ligge de 'Quärresmännche' begrave", und die Steine sollen ihre Grabstätte anzeigen. Kinder, die dort das Vieh hüten wollen, warnte man früher mit den Worten: "Do moß d' net john, do ligge de 'Quärresmännche' begrave."

Der besagte, recht eigenartig geformte Gesteinskörper bildete in den 1920er Jahren noch einen markanten Geländepunkt, ist jedoch heute weitgehend überwuchert u. nur noch undeutlich zu erkennen.

 

Randnotizen

Grafik: Einladung zum Galminus-Münzsammelspiel
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