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Die Glocken von Gression

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Die Glocken von Gression

Einige Erzählgeschichten über die Sagenstadt Gression beziehen sich auf die Kirchenglocken dieser untergegangenen Stadt. Die Sage berichtet u.a. von Glockengeläut, welches aus den Tiefen der Erde heraufklingen und vornehmlich an hohen kirchlichen Feiertagen zu hören sein soll.

Am Ausgange des Schmidtsgäßchens in Gressenich standen früher zwei Steine, von denen jetzt nur noch einer vorhanden ist. Wer sich dort am Ostermorgen mit dem Ohr auf den Boden legte, konnte das Geläute der Osterglocken des Vatikans in Rom vernehmen. Nach anderen sind es die Glocken der untergegangenen Stadt Gression, die aus der Tiefe heraufklingen. Auch von einer anderen Stelle wird einer alten Sage nach gleiches berichtet. Auf der Spitze des 'Lüggebrochs' (in Schevenhütte 'Louebroich'genannt) einem Berge zwischen Schevenhütte und Gressenich, soll in der Mitternachtsstunde zu Weihnachten das unterirdische Glockengeläute aus der Stadt Gression herauftönen.

Gressenich hat eine sehr alte Glocke, die man auf eigenartige Weise erhalten hat. Ein Schweinehirt trieb eines Tages die Schweine ins Feld. Da sah er auf einmal, wie die Tiere sehr unruhig wurden und an einer Stelle die Erde aufwühlten. Neugierig eilte er hinzu und sah zu seinem Erstaunen, wie eine große Glocke zum Vorschein kam. Er nahm sie, und man hängte sie im Kirchturme zu Gressenich auf. Die Glocke hatte einen so lauten Klang, daß man ihr Geläute auf der Rurbrücke bei Düren gut hören konnte. Man schrieb der Glocke die Macht zu, Gewitter fernzuhalten. So weit ihr Schall dringe, so weit sei alles vor Blitz und Unwetter geschützt. Es wird in Gressenich erzählt, daß viele schwere Gewitter in der Umgegend großes Unheil anrichteten, Gressenich aber immer verschont blieb. Das habe man der Glocke zu verdanken. Über den Ort der Auffindung der Glocke bestehen verschiedene Angaben. In Heistern erzählt man, die Glocke habe man in den Hamischer Benden, wo der Erdboden noch voller Fundamente alter Gebäulichkeiten aus der Stadt Gression sei, beim Suchen nach Erz gefunden, oder wie andere behaupten, sie sei von vielen Sauen dort aus der Erde herausgewühlt und so aufgefunden worden. Wieder andere, und zwar besonders alte Leute von Gressenich und Hastenrath, bezeichnen den Schieverling als den Ort, wo man sie aufgefunden habe.In Gressenich erzählt man: "Unsere Kirche besitzt Glocken, deren Inschriften nicht zu lesen sind. Viele Gelehrte sind da gewesen, um die Buchstaben zu entziffern, allein sie konnten nicht einmal angeben, in welcher Sprache sie geschrieben sind. Der Sage nach sollen sie von einem heidnischen Tempel der Stadt Gression herstammen."Bei Diepenlinchen am Erzbach liegen mehrere altersgraue, moosbewachsene Steine. Wer darauf steht in der heiligen Weihnacht, kann da noch die Glocken der Stadt Gression läuten hören, die dort untergegangen ist.

In einem um 1920 entstandenen Gedicht von Peter Bündgens wird geschildert, wie ein Bauer zur nächtlichen Christmette unterwegs ist, sich auf einen Stein setzt und eine Verschnaufpause einlegt. Hier hört er aus der Tiefe herauf die Glocken von Gression, die zum Festtag gebeiert werden. Unter Beiern verstand man damals eine bestimmte Technik des Läutens, bei dem der Klöppel der Glocke mit der Hand rhytmisch gegen die Glockenwandung geschlagen wurde.

Schneebedeckt, in Pelz und Mantel,
Ruht er aus auf einem Steine,
Denn im Kopfe ist’s ihm schaurig,
Und ermüdet sind die Beine.

Träumend schweifen die Gedanken
Nach der Stadt, -nach Gressione,-
Die hier früher hat gestanden,
Aller Städte Stolz und Krone.

An sein Ohr ertönen plötzlich
Festtagsklänge - Glockenläuten,
Aus der Tiefe dringt das Klingen,
aus der Erde will’s ihm deuten.

Gloria in exelsis Deo!
Hört er aus dem Boden schallen,
Und ihm dünkt, als säh er Menschen
Fromm zum alten Dome wallen.

Großer Gott, die Weihnachtsstunde!
Himmel höre! Das ist beiern!
Hier will man in dunkler Tiefe
Wahrlich Gottes Ankunft feiern!

 

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