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Von Kupferhof zu Kupferhof

Inhalt

Von Kupferhof zu Kupferhof

Ein Spaziergang durch Stolberg's Glanzepoche

Allgemeines

Gewisse verfahrensbedingte Eigenarten bei der Messingherstellung (dem so genannten Messingbrennen) führten dazu, daß Messing in früheren Zeiten als eine Art gefärbtes Kupfer angesehen wurde, und man diese aus Kupfer und Zink bestehende Legierung gelbes Kupfer nannte. Im umgangssprachlichen Gebrauch wurde häufig nicht einmal zwischen gelbem Kupfer (Messinglegierung) und rotem Kupfer (Reinmetall) differenziert, sondern beides wurde schlicht und einfach Kupfer genannt. Entsprechend bezeichnete man die Stolberger Messingproduzenten nicht als Messing-, sondern als Kupfermeister, und ihre Betriebs- bzw. Wohnanlagen wurden Kupferhöfe genannt.

Die Kupfermeister waren zunächst in der freien und Reichsstadt Aachen ansässig gewesen, siedelten jedoch gegen Ende des 16. Jahrhunderts nach Stolberg um, weil sie in Aachen sehr restriktiven Zunftregularien unterlagen, und sie sich als protestantische Minderheit im Zuge der Gegenreformation religiösen Repressalien ausgesetzt sahen. Der Hauptgrund für die Umsiedlung dürften letztlich jedoch die günstigen Standortbedingungen im Stolberger Tal gewesen sein.

  • Wasserkraft der Vicht
  • Galmeilagerstätten
  • Waldreiche Umgebung (Holzkohle)

Anfangs, also im ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhundert, stellten sich die Stolberger Kupferhöfe als wehrhafte, befestigte Anlagen dar, deren Gebäudeteile um einen Innenhof angeordnet und nach außen oft mit Schießscharten statt mit Fenstern versehen waren. Der früh entstandene Kupferhof an der Burgstraße (spätere Adler-Apotheke), dessen Wohntrakt erhalten ist, und den wir im weiteren Verlauf noch sehen werden, läßt auch heute noch die solide, bodenständige Architektur aus dieser Gründerzeit erkennen.

Mit zunehmendem Wohlstand der Kupfermeister entwickelten sich die Kupferhöfe später zu prächtigen Herrensitzen. Im 18. Jahrhundert hielten die Kupfermeister ein europaweites Messingmonopol und brachten es zu entsprechendem Reichtum. Insofern kann das 18. Jahrhundert als Glanzepoche Stolberger Wirtschaftsgeschichte gelten, und das Messinggewerbe hat der Region über Jahrhunderte Arbeit und Brot gegeben. Arbeit und Brot, diese beiden Begriffe sind allerdings durchaus wörtlich zu nehmen, denn bei den Galmeischürfern, Kupferschlägern, Ofen- und Mühlenknechten hat es, ganz anders als bei den Kupfermeistern, für die Wust zum Brot selten oder fast nie gereicht.

Die Kupferhöfe werden heute meist als private Wohnanlagen genutzt und es versteht sich von selbst, daß man die Innenhöfe nicht begehen sollte. Ein diskretes Betrachten vom Eingangsbereich aus ist nämlich völlig hinreichend, einen Eindruck von der jeweiligen Gesamtanlage zu bekommen. Die Bewohner werden Ihnen Ihre Rücksichtnahmne sicherlich zu danken wissen.

Insbesondere am Anfang unseres Spazierganges, aber auch im weiteren Verlauf, hat es neben den hier beschriebenen Kupferhöfen eine Vielzahl weiterer Anlagen gegeben, die heute leider verschwunden sind. Diese werden in der hier vorliegenden Abhandlung entweder nicht oder nur kurz erwähnt. Bei Interesse finden Sie unter www.stolberg.de und unter dem Stichwort "Kupferhöfe" weitere Informationen.

Anmerkungen

Teile der im Folgenden beschriebenen Tour werden auch als geführte Exkursionen angeboten.

Einzelheiten hierzu unter Tel.: 02402/9990081.

Unter der gleichen Nummer kann auch ein Stadtplan angefordert werden, der zur weiteren Orientierung hilfreich wäre.

Nach diesen Vorbemerkungen kann es jetzt aber losgehen und wir wünschen Ihnen viel Freude, Spaß und einen angenehmen Aufenthalt in unserer "Kupferstadt".

Startpunkt

Unser Ausflug beginnt im Stolberger Stadtteil Mühle an der Keuzung Eisenbahnstraße, Mühlener-Ring, Salmstraße. Dieser Punkt ist sowohl per PKW als auch mit öffentlichen Buslinien (Haltestelle Mühlener Brücke) bequem zu erreichen.

Ganz in der Nähe des Kreuzungsbereiches befindet sich schräg gegenüber des Fast-Food Restaurants McDonald's ein kleinerer Platz, wo kostenfreie Parkmöglichkeit besteht. Von hier aus sind es nur noch wenige Schritte in Richtung Eisenbahnstraße, wo Sie kurz vor dem Kreuzungsbereich auf der linken Straßenseite die Einfahrt zum ersten Kupferhof unserer kleinen Exkursion finden.

Der Kupferhof Weide

Foto: Das Eingangstor zum Kupferhof Weide
Das Eingangstor zum Kupferhof Weide

Die Ursprünge der Weide gehen vermutlich auf das Jahr 1615 zurück, als Simon Lynen hier einen Kupferhof erbaute. Der älteste, noch erhaltene Gebäudeteil wurde nach 1723 errichtet. Große Teile der Anlage wurden 1905 durch Emil Schleicher entsprechend der damaligen Zeitströmung umgestaltet. Das eindrucksvolle Herrenhaus wurde 1944 durch Kriegseinwirkung zerstört. Heute wird die Weide als Wohnanlage genutzt.

Der Kupferhof Stöck

Foto: Der Kupferhof Stöck
Der Kupferhof Stöck

Von hier aus kehren wir zurück und gehen an unserem Parkplatz vorbei, wo kurz vor dem Bahnübergang die Straße "An der Mühle" nach links abzweigt. An diesem Staßenzug liegt als erstes Gebäude auf der linken Seite der Kupferhof Stöck.

Das Eingangstor der 1726 errichteten Stöck zeigt eine Wappendarstellung des Erbauerehepaares Peltzer - Prym. Die Fassade des Herrenhauses blieb in seiner ursprünglichen Form erhalten, während die übrigen Gebäudeteile durch Kriegseinwirkungen zerstört wurden. Seit dem Wiederaufbau dient die Stöck als Wohnanlage.

Direkt oberhalb des prächtigen Eingangsportales zum Herrenhaus ist ein ovales, von Blausteinblöcken umrahmtes Fenster zu sehen. Diese Art Fenster wird in der lokalen Umgangssprache Ochsenauge genannt. Das Ochsenauge war (wie in diesem Fall) u.a. als Oberlicht von Zugangstüren gebräuchlich und kann als landschaftstypisches Stilelement der Kupfermeister- Architektur gelten.

Häufig wird das Anwesen auch neue Stöck genannt, da es einen Vorgängerbau (die alte Stöck) gegeben hat, der sich rechts des heutigen Gebäudekomplexes befand.

Der Unterste Hof

Foto: Der Unterste Hof
Der Unterste Hof

Von der Weide führt uns der Weg bis zur Kreuzung (nur wenige Meter) und dann in die nach links abzweigende Eisenbahnstraße. Nach ca. 100 m hat man einen schönen Blick auf die links liegenden Anlagen des Untersten Hofes.

Dieser Kupferhof stammt aus dem Jahr 1615 und wurde von Servaes von der Weiden u. Konrad Östlinger erbaut. Die Anlage befindet sich seit 1718 im Besitz der Familie Schleicher.

Um die Wende vom 19. zum 20 Jh. wurde der Unterste Hof durch Hinzufügung von Jugendstilelementen und durch Errichtung eines Renaissancegiebels umgestaltet. Die Anlage wurde von der Besitzerfamilie Hof oder Burg Bleibtreu genannt, womit der feste Wille dokumentiert werden sollte, trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten, dem Stammsitz treu zu bleiben.

Der Unterste Hof kann in sofern als Besonderheit gelten, als daß einige seiner Gebäudeteile auch heute noch zu einem Industriebetrieb der Messing-Verarbeitung (Stolberger Metallwerke) gehören. Einige Betriebsstätten dieser Firma liegen unmittelbar neben der parkartigen Anlage des Untersten Hofes und gelten als die ältesten Messingwerke der Welt.

Die Roderburgmühle

Aqualrell: Jan Ravens Mühle
Die Jan Ravens Mühle um 1546/48, Aquarell nach Walschaple von G. Dodt

Gegenüber der Toreinfahrt zur Stöck befindet sich die Bierweiderstraße, deren Verlauf wir bis zur nach links abbiegenden Roderburgmühle folgen. Hier halten wir uns links und nach wenigen Metern biegen wir erneut nach links in die Dammgasse ein. An der Einmündung zum Mühlener Markt finden wir auf der linken Seite die Reste der ehemaligen Roderburgmühle.

Die Roderburgmühle entstand aus dem Zusammenschluß der Jan-Ravens-Mühle mit der benachbarten Feldmühle und kann als Keimzelle einer umfangreichen Industrie-Ansiedlung gelten, die sich im 17. u. 18. Jahrhundert in ihrer unmittelbaren Umgebung entwickelte u. aus den Kupferhöfen Bierweide, Krautlade, Mommas Hof, Peltzerhof, Stöck, Stürenhof, Unterster Hof, Weide u. Wuppermannshof bestand. Das neue Herrenhaus auf Roderburg wurde 1615 von Heinrich Petzer erbaut.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jh. war in der Roderburgmühle eine Fabrik für Stecknadeln sowie Haken und Ösen der Firma Schleicher untergebracht. Der 1983 zusammen mit dem Mühlener Markt renovierte Kupferhof wird heute als Wohnanlage genutzt.

Ehemaliges Pumpenhaus

Foto: Die James-Grube
Die James-Grube (Privatarchiv Schleicher)

Vom Mühlener Markt geht es wieder zurück zur Bierweiderstraße, in die wir jetzt aber nach links einbiegen. Nach einer kleineren S-Kurve zweigt eine kleine, enge Straße mit Namen Pümpchen nach rechts ab. Hier geht es durch eine Eisenbahnunterführung und an der nächsten Querstraße halten wir uns nach links. Nach wenigen Schritten kann man rechts ein größeres Bruchsteingebäude, ein früheres Pumpenhaus, erkennen.

Dieses Pumpenhaus gehörte zur James-Grube, einer Steinkohlenzeche, deren ursprüngliches Hauptgebäude auf der hinter dem Pumpenhaus ansteigenden Höhe gestanden hat. Die hier installierten Dampfpumpen sorgten für die Wasserhaltung, dem Abpumpen also von zufließenden Grubenwässern. Die James-Grube wurde nach ihrem Besitzer James Cockerill benannt, der zusammen mit seinem Bruder John das frühindustrielle Stolberg entscheidend mit geprägt hat.

Das Grubenfeld erstreckte sich über den gesamten Ortsteil Münsterbusch, der sich auf der hinter dem Pumpenhaus anschließenden Anhöhe befindet. Obwohl das Grubenfeld bereits zur Kupfermeisterzeit Steinkohle für die Messingöfen lieferte, erlangte die Grube erst in frühindustrieller Zeit ihre eigentliche Bedeutung. Zwischen 1856 u. 1886 lag die jährliche Förderrate der James-Grube bei ca. 40.000 t und in einigen Jahren bei deutlich über 50.000 t.

Kupferhof Rosental

Foto: Kupferhof Rosental
Der Kupferhof Rosental

Wenn man in Blickrichtung Pumpenhaus steht, sieht man links bereits einen Bahnübergang. Diesen müssen wir überqueren und direkt rechts hinter dem Übergang folgen wir der Blaustraße. An der nächsten Querstraße halten wir uns links. Nach wenigen Schritten erreichen wir die Rathausstraße (Hauptstraße), der wir nach rechts folgen. Kurz hinter der Stadthalle finden wir auf der rechten Seite den Kupferhof Rosental.

Der Hof Rosental ist sicherlich einer der schönsten Kupferhöfe in Stolberg und erstrahlt nach einer kürzlich durchgeführten Sanierungsmaßnahme heute wieder in altem Glanz. Die Anlage wurde 1724 im Auftrag von Johannes Schleicher durch den bekannten Baumeister Tillmann Roland als repräsentative Hofanlage mit prächtigem Brückentor erbaut. Insbesondere das Hauptgebäude zeugt auch heute noch mit seinem eindrucksvoll gestalteten Giebelfeld von der früheren Bedeutung der Stolberger Kupfermeister.

Unterhalb des Eingangstores lassen sich noch Reste des früheren Wassergrabens erkennen, der allerdings weniger Schutzfunktion zu erfüllen hatte, sondern vielmehr als Reservoir für das Antriebswasser und als dekoratives Gestaltungselement diente.

Die relativ niedrigen Gebäude links vor dem Brückentor, in welchen sich heute hauptsächlich Arztpraxen befinden, bildeten früher den Betriebshof. Es ist schon erstaunlich, daß der vergleichsweise kleine Betriebshof die prächtige Gesamtanlage unterhalten konnte. Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, daß zu diesem Hof auf der Rückseite noch eine große, prunkvoll ausgestattete Gartenanlage gehörte.

Die Kupferhöfe Grünenthal und Steinfeld

Foto: Kupferhof Grünenthal
Der Kupferhof Grünenthal (Quelle: Video-Produktion Karl Irle)

Vom Rosental folgen wir dem weiteren Verlauf der Rathausstraße bis zur zweiten Ampel und biegen hier links in die Steinfeldstraße ein. Nach wenigen Metern erreichen wir den rechts der Straße liegenden Kupferhof Grünenthal.

Am Standort dieses Hofes betrieben die Familien Lynen und Peltzer seit spätestens 1633 Kupfer- und Galmei-Mühlen. 1699-1703 erbaute Matthias Peltzer (der Jüngere) den Kupferhof Grünenthal als dreiflügelige Hofanlage mit 2 Turmtrakten.

Bis zur Parzellierung durch die Stadt Stolberg im Jahr 1887 reichte das Gesamtareal des Grünenthales von der heutigen Sonnenthalstraße bis etwa zur Rosenthalstraße.

Als die Blütezeit der Messing-Fabrikation in Stolberg zu Ende ging, diente Grünenthal (ab 1754) dem Textilgewerbe u. wechselte im Laufe des 19. Jh. mehrfach den Besitzer. Leonhard Lynen Dumont betrieb von 1843 bis 1877 auf dem Grünenthal eine Kratzenfabrik mit Wollspinnerei (ab 1847).

1887 wurde der Gesamtkomplex von der Stadt Stolberg gekauft, die auf dem Gelände das Gymnasium und das Amtsgericht mit Gefängnis errichtete. Ein großer Teil des Areals wurde als Bauparzellen an Privatleute veräußert. Die heute als Kaiserplatz bezeichnete Freifläche zwischen dem ehemaligem Gymnasium, dem früheren Amtsgericht und dem Rathaus gehörte ursprünglich ebenfalls zum Grünenthal. An diesem Areal führt unser Spaziergang im Anschluß noch vorbei.

1889 wandelte Franz Wirtz die von ihm erworbene Anlage zu einer Seifenfabrik (später Dalli- Werke) um. Das restaurierte Herrenhaus wird auch heute noch von der Famile Wirtz bewohnt.

1946 wurde Grünenthal Firmensitz des Pharma-Unternehmens Chemie Grünenthal.

Unweit vom Hof Grünenthal sieht man etwas weiter oben auf der linken Straßenseite einen kleineren Turm mit anschließendem Bruchsteingebäude. Dies sind Restbauten des 1679 errichteten Kupferhofes Steinfeld.

Steinfeld war eine Doppelhofanlage mit dem sogenannten Vorderen Steinfeld (Johann Peltzer) u. dem Hinteren Steinfeld (Matthias Peltzer). Zur Deckung des Energiebedarfes wurde die Wasserkraft eines damals vom Donnerberg kommenden Baches genutzt. 1790 versuchte man (allerdings ohne durchschlagenden Erfolg), auf Steinfeld eine Glasproduktion einzurichten.

Das Anwesen blieb im Besitz der Familie Peltzer bis die Kirchengemeinde St. Luzia 1866 die Anlage zwecks Einrichtung eines Hospitals erwarb.

In der mundartl. Umgangssprache fand der Ausdruck Steinfeld häufig als Synonym für Krankenhaus Verwendung (op Steefeld lijje- im Krankenhaus liegen).

Der Kupferhof Sonnental

Unser Weg führt uns jetzt zurück zur Rathausstraße, in die wir links einbiegen. Nach einem kurzen Stück sieht man links den Kaiserplatz, den man diagonal überquert. Von dort aus folgen wir der Grünthalstraße bis zu deren Ende. Hier sieht man links eine alte Steinbrücke über den Vichtbach als Zuwegung zum Kupferhof Sonnental.

Nach der Hochblüte des Messinggewerbes wurde 1835 im Sonnental durch die Firma Schuh & Gräff eine Glashütte eingerichtet. 1850 gründete die Firma Dechesne dort eine Eisengießerei.

Nach kürzlich durchgeführter Renovierung wird der Hof heute als Wohnanlage genutzt.

Die Stolberger Burg

Foto: Das alte Fachwerkhaus in der Klatterstraße gegenüber dem Burgaufgang.
Das alte Fachwerkhaus in der Klatterstraße gegenüber dem Burgaufgang. (Video-Produktion Karl Irle)

Der weitere Weg führt uns zurück über die Brücke und dann links in die Enkereistraße. Ab hier verläuft die Route durch den äußerst reizvollen historischen Altstadtkern. Nach etwa 500 m trifft man auf die quer verlaufende Klatterstraße. Hier wenden wir uns nach rechts und erblicken nach weiteren etwa 300 m den Treppenaufgang zur Burg (gegenüber dem Restaurant "Altes Brauhaus").

Zu diesem Restaurant gehört ein Fachwerkhaus, welches neben der Burg als ältestes, noch existierendes Gebäude Stolbergs gilt.

Zeichnung: Die Stolberger Burg im frühen 18. Jahrhundert
Die Stolberger Burg im frühen 18. Jahrhundert (Geschichtsverein Stolberg)

Auch wenn die oberhalb liegende Burg nicht direkt etwas mit Kupferhöfen zu tun hat, ist ein Besuch dieses Komplexes durchaus empfehlenswert.

Die Ursprünge der Stolberger Burg reichen bis ins 12. Jh. zurück. Die 1118 erstmals genannten Edelherren von Stolberg dürften am Standort der heutigen Burg eine einfache, möglicherweise befestigte Hofanlage besessen haben.


Zeichnung: Die Stolberger Burg nach dem Wiederaufbau durch Moritz Kraus. (H. Bildstein)
Die Stolberger Burg nach dem Wiederaufbau durch Moritz Kraus. (Zeichnung: H. Bildstein)

Nach wechselvoller Geschichte mit häufigen Um- bzw. Ausbauten sowie mehrmaliger Zerstörung und anschließender Wiedererrichtung war die Anlage gegen Ende des 19. Jahrhunderts dem völligen Verfall preisgegeben. Der Stolberger Fabrikant Moritz Kraus ersteigerte 1888 die Ruine und ließ sie von dem Kölner Architekten Müller-Grabe entsprechend dem Geschmack der damaligen Zeit mit vielen romantisierenden Stilelementen des Historismus (Zinnenkränze usw.) wieder aufbauen.

Foto: Burgansicht vom Hammerberg.
Burgansicht vom Hammerberg. (Video-Produktion Karl Irle)

Wenngleich sich über die Stilrichtung dieses Wiederaufbaus streiten läßt, ist es zweifelsfrei das Verdienst von Moritz Kraus, daß die eindrucksvolle Anlage erhalten blieb. 1907 schenkte Moritz Kraus die wiederaufgebaute Burg den Stolberger Bürgern als unverkäufliches Erbe.

Schwere Beschädigungen während des 2. Weltkrieges machten eine weitere Renovierung erforderlich, in deren Verlauf die stilwidrigen Zutaten abgetragen wurden. Somit hat die Anlage heute wieder ein ähnliches Erscheinungsbild wie bereits im 18. Jahrhundert.

Während im Rittersaal häufig Konzerte und andere meist kulturelle Veranstaltungen stattfinden, werden in der Burggalerie regelmäßig Kunstausstellungen durchgeführt.

Am unteren Burghof befindet sich in der Torburg direkt an der Pfarrkirche St. Lucia das Stolberger Heimat- und Handwerksmuseum. Hier ist samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr u.a. eine ganze Menge zu den Themen Kupfer, Messing, Galmei und Bergbau zu sehen.


Zusammengestellt von Friedrich Holtz

 

Randnotizen

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