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Nadeln

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Nadeln

Die Aachener Region gilt als ein bedeutendes, und heute als das letzte Zentrum deutscher Nadelproduktion. "Aachener Nadeln" waren nicht nur im Inland, sondern weltweit gefragt. Im Museum dokumentieren Maschinen und Werkzeuge die einzelnen Arbeitsschritte vom Draht bis zur Kontrolle des fertigen Produkts. Darüber hinaus wird die Vielfältigkeit und Komplexität der Nadel für die unterschiedlichen Anforderungen der Textilindustrie gezeigt.

Die urkundlich belegte Geschichte der Aachener Nadel reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Während bereits aus dem Jahr 1584 eine Zunftrolle bekannt ist, gaben sich die Nadler 1615 erstmals eine Zunftordnung. Hierin wird u.a. bestimmt, dass Nähnadeln aus feinem, reinen Stahldraht herzustellen sind.

1798 hob Napoleon die Zünfte auf, und die Erschließung des französischen Marktes brachte den Aachener Nadelherstellern vorübergehend eine Hochblüte.

Das 19. Jahrhundert war geprägt durch zahlreiche technologische Entwicklungen wie die Einführung von Fallhammer und Spindelpresse zum Pressen und Lochen der Öhre.

Um 1900 gab es in Aachen 29 Nadelfabriken, in denen 4.022 Menschen arbeiteten.

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1845 erfand der Amerikaner Elias Howe die erste Doppelsteppstich- Nähmaschine. Auch Isaak Merrit Singer (ebenfalls Amerikaner) erhielt 1851 ein Patent auf eine Nähmaschine. Aus der Waffenproduktion übernahm Singer das Prinzip der austauschbaren Einzelteile und fertigte Nähmaschinen als Massenprodukt. Er ermöglichte seinen Kunden den Kauf dieser Maschinen über Ratenzahlung und erreichte damit eine weite Verbreitung seiner Produkte auch in privaten Haushalten. Selbstverständlich nahm auch die Aachener Nadelindustrie die Produktion von Nähmaschinennadeln auf.

Foto: Reduziermaschine
Reduziermaschine

Ausgangsmaterial für Nähmaschinennadeln ist ein Stahldraht, dessen Durchmesser dem Kolbendurchmesser der zu fertigenden Nadel entspricht. In der Reduziermaschine wird dieser Draht durch ein hämmerndes Werkzeugpaar auf etwa zwei Drittel der Nadellänge zu einem dünneren Schaft ausgearbeitet (kalt ausgeschmiedet). Die in der Ausstellung gezeigten Reduziermaschinen fertigten 7 bis 10 reduzierte Rohlinge pro Minute.


Foto: Formpressmaschine
Formpressmaschine

Nach dem Reduzieren werden die Rohlinge auf der Formpressmaschine bearbeitet. Dies geschieht in zwei Schritten: Zuerst wird am Nadelende die Öhrpartie gepresst, dann stößt ein Dorn das Öhr aus.


Foto: Fräsmaschine
Fräsmaschine

Nach dem Formpressen wird auf der Fräsmaschine die Fadenrinne eingefräst. Die Nadeln werden auf ein drehendes Rondell gesteckt. Ein Greifer führt die Nadel an einem rotierenden Fräskopf entlang, der die Fadenrinne in den Schaft schneidet.


Foto: Rundschleifmaschine
Rundschleifmaschine

Beim Formpressen und teilweise auch beim Fräsen entstehen Grate (scharfkantige Materialüberstände), auch Bärte genannt, die entfernt werden müssen. Hierzu werden die Nadeln in Zangen eingespannt, deren Spannbacken über einen Hebelmechanismus in seitlicher Richtung gegenläufig zueinander verschoben werden können. Hierdurch kommt es zu einer Rotationsbewegung der eingespannten Nadeln, so dass diese von allen Seiten (entlang ihres gesamten Umfanges) geschliffen werden können.


Foto: Spitzschleifmaschine
Spitzschleifmaschine

Auf der Spitzschleifmaschine wird die Nadelspitze hergestellt. Eine rotierende Transportspindel führt das Schaftende unter entsprechendem Winkel an einem Schleifstein vorbei.

Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen müssen die Nadeln in speziellen Waschmaschinen gereinigt werden. Anschließend werden sie mit Sägemehl in hölzernen Trommeln getrocknet.


Foto: Endkontrolle der fertigen Nadeln. Mit dem kleinen Finger wird über die Nadeln gestrichen.
Endkontrolle der fertigen Nadeln

Vor dem Verpacken findet die Endkontrolle statt. Die Nadeln werden nebeneinander gelegt, um Krümmungen sowie Abweichungen der Länge, der Spitze und der Oberflächenbeschaffenheit feststellen zu können. Dazu werden die Nadeln mit dem kleinen Finger gedreht und fehlerhafte Einzelstücke aussortiert. Der kleine, hochgestreckte Finger, "der Klenkes", wurde zum Begrüßungs-und Erkennungszeichen der Aachener.

 

Randnotizen

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